Die Kanarischen Inseln

Perlen im Atlantik

Eine Show auf den Wegen vermutlich ausgetretener Touristenpfade. Schon in den ersten Tagen der Reportage mußte auch ich meine vorgefertigte Meinung darüber ändern. Die Kanaren haben eine hervorragende Tourismusinfrastuktur und auch entsprechende Kapazität für entsprechend viele Touristen. Die Schönheit und Ursprünglichkeit der Landschaft hat darunter aber größtenteils nicht gelitten. Ein paar Kilometer von den Touristenzentren entfernt dringt man je nach Insel in wildromantische Landschaften ein, betritt Lavafelder, die so aussehen als ob sie gerade erst erstarrt wären oder wandert total unberührten einsamen Sandstränden entlang, die noch kein einziges Hotel beherbergen. So beginnt unsere Reise im Süden von Gran Canaria im Tourismusgebiet von Playa del Ingles und Maspalomas. Ganzjährig trockenes Klima macht diesen Teil der Insel zu einem ganzjährigen Urlaubsparadies, in dem es nur selten regnet. Im Gegensatz zum Norden, der sehr viel Feuchtigkeit ab bekommt. Die Passatwinde streifen ihre nasse Fracht meist in Form von Nebel in den Bergen ab. Faszinierende Wetterstimmungen die wir in den Bergen rund um St. Bartolome eingefangen haben. Wir verweilen eine Zeit im zentralen und nördlichen Bergland, wo wir den berühmtesten Gipfel der Insel „erklimmen“ – den Roque Nublo. Ein Muß für den interessierten Reisenden schon alleine wegen der tollen Aussicht. Aber schon die Anfahrt durch die ausgetrockneten Barrancos (Schluchten) mit den typisch kanarischen Dörfern hat uns in Staunen versetzt. Monumentale Kirchen in altspanischem Baustil und die liebevoll gepflegten Häuser der Nachfahren der Guantschen, die oft noch von der Landwirtschaft leben, versetzen uns geistig in die Zeit von Christoph Columbus zurück. Wirklich phantastische Berglandschaften mit idyllischen Dörfern und kleinbäuerlichen Strukturen stehen in absolutem Gegensatz zur Touristenwelt von Maspalomas. Ein absolutes Highlight dieser Insel ist die Panoramstrasse von Agaete nach San Nicolas. Von dort führt die Route durch das Tal von Aldea nach Tejeda – ein romantischer Ort, der seines Gleichen sucht. Die weissen Häuser umsäumen eine spanische Basilika am Abhang eines erodierten Vulkankraters. Ein Lavakanal bildet einen gigantischen Barranco, der am Horizont mit dem Meer verschmilzt. An den Abhängen winzige Weiler, Palmen, die aus den bizzaren Felsen wachsen und unzählige Bittermandelbäume, die den Rohstoff für köstliches Mandelgebäck liefern.
Las Palmas, die Hauptstadt besuchen wir um uns das Folklorefestival der Gruppe „Roque Nublo“ anzuschauen. Ihre ausgezeichnete Musik wird auch unsere Show begleiten. Mit Bildern von den berühmten Dünen von Maspalomas verlassen wir dann Gran Canaria und fliegen weiter nach Lanzarote. Eine einzigartige Insel deren Aussehen die Feuerberge prägen. 1993 war es die erste Insel, die von der UNESCO vollständig zum Biosphärenreservat erklärt wurd. Lanzarote bietet sozusagen die ganze Bandbreite an vulkanischen Erscheinungen. Aber auch herrliche Weine, die im „La Geria“ gekeltert werden, ziehen die Touristen magisch an. Die Bodegas in diesem „Weintal“ keltern verschiedenste Weine regionalem Ursprungs, aber auch den kretischen Malvasia. Jeder Weinstock in einem kleinen Trichter in dunkelstem schwarzen Lavasand, halbseitig mit einem Windschutz – natürlich aus Naturstein – verrsehen, macht diese Gegend nördlich von Yaiza zu einer der faszinierendsten Landschaften der Kanaren. Wenn die Abendsonne ihre letzten Strahlen auf die giftgrünen Reben in den Trichtern wirft, gleitet der Blick entlang der welligen Hügel bis zur nächsten Bodega, wo die Lichter angehen und der berühmte Serranoschinken zur Weinverkostung gereicht wird. Von Yaiza fahren wir westwärts die Straße nach El Golfo. Eine sehr reizvolle Strecke durch ältere Vulkankegel, die durch die Erosion abgerundet wurden. Das Grün der Wolfsmilchgewächse steht im Kontrast zu rotbraunen Erde. An der Südseite von El Golfo gipfelt dann das Farbenspiel in einem halb im Meer versunkenen Vulkan, dessen Krater die Brandung aushöhlt. Tief rot und ockerfarben sind die Wände der pechschwarzen Bucht auf deren Grund eine smaragdgrüne Lagune schimmert. Die Palette der Farben erweitert sich südwärts bei den Salinen von Janubio. Terrassenförmige Meerwasserbecken in einer abgeschnittenen Meeresbucht schimmern in den verschiedensten Farbtönen bedingt durch unterschiedliche Salzkonzentration. Die wohl schönsten Badestrände findet man westlich der Playa Blanca. Die sogenannten Papageienstrände bieten herrliche Badegelegenheiten. Feiner heller Sandstrand unterteilt in sechs Buchten umrahmt von dunklen Felsen machen das Badevergnügen im türkisfarbenen Wasser perfekt. Das spektakulärtste Erlebnis auf Lanzarote ist der Besuch des Nationalparkes Timafaya. Das Gebiet der Feuerberge läßt die Urkräfte der Erde an die Erdoberfläche dringen. Man fährt durch weitläufige Lavafelder, Vulkankrater in die man förmlich hineinschaut und Lavaströme, die so aussehen, als ob sie gerade erst erkaltet wären. Und manche sind auch noch heiß, wie man das im Besucherzentrum demonstriert bekommt. Eine faszinierende Welt bizarrer Landschaftsformen, die von der NASA sogar für die Testfahrten der Mondmobile genutzt wurde. Auf unserem Streifzug über die Insel sieht man praktisch überall den Stempel, den Cesar Manriques diesem Island aufgedrückt hat. Sanfter Tourismus, Landschaftsschutz und Selbstbeschränkung waren seine Maximen, die die Ursprünglichkeit dieser einzigartigen Insel erhalten haben. Von den Papageienstränden könnte man sogar mit einer „Nußschale“ unser nächstes Reiseziel ansteuern. – Nur 11 Kilometer offenes Meer liegen zwischen Lanzarote und Fuerteventura und dennoch ist diese Insel vollkommen anders, eigentlich könnte man fast sagen das Gegenteil. Das ist ein Stück Karibik im Atlantik. Eine Insel wo Sonne, Sand und Meer die wichtigsten Parameter sind. Die gesamte Ostküste ist praktisch ein einziger weisser Sandstrand von Corralejo bis Morro Jable. Die Strände führen oft hunderte Meter flach ins Meer hinein. Vielerorts bilden sich flache Lagunen, die nicht nur in herrlichen Türkistönen schimmern, sondern das etwas kühlere Atlantikwasser teilweise auf Badewannentemperatur bringen. Die Westküste ist wild und rauh, die vom Wind gepeitschten Wellen unterstreichen noch diesen Eindruck einer wildromantischen Küstenlandschaft, die völlig unverbaut ist. Wunderschöne Naturstrände, die sich hervorragend zum Baden eignen. Auch diese Insel haben wir bis in die letzten Winkel bereist. Ein Schmuckstück ist die alte Inselhauptstadt Betancuria, die sich auf dem zentralen Höhenzug befindet. Eine Oase mit grünen Gärten und einer wuchtigen altspanischen Basilika. Wir durchfahren kleine Dörfer auf dem zentralen Bergmassiv, ein trockener, kahler Bergzug, der zu niedrig ist um den Nordostpassat abregnen zu lassen. Der Blick von oben gegen das Meer hin könnte einem glauben lassen an der Maghrebküste zu sein. Und auch die einzigartige Dünenlandschaft von Corralejo im Norden ist eigentlich eine kleine Sandwüste mit wunderschönen weissen Dünen, die sich direkt in das Dunkelblau des Atlantiks abfallen. Beim Blick Richtung Süden überragen schwarze Vulkankegel die strahlend weissen Dünen – eine faszinierende Kulisse für jeden Fotografen die sich bis zum Sonnenuntergang noch steigert. Die gesamte Küste hier ist unverbaut bis auf eine Ausnahme. – Das RIU Hotel Corralejo steht direkt am Rande dieser Dünenlandschaft. Los Molinos, Ajuy und Pozo Negro sind Beispiele idyllischer kleiner Fischerdörfer. Besonders in der Gegend von Pozo Negro überziehen weitläufige Salzkrautfelder die Landschaft, purpurrote Wiesen, wie ich sie sonst niergendwo gesehen habe. Und damit wechseln wir zu der wohl unbekanntesten Insel des Kanarischen Archipels – El Hierro. Etwas für Menschen, die das Besondere lieben. – Ein exquisites Reiseziel, nicht im Katalog zu finden. Eine Insel ohne Generatoren und Kraftwerke. Einzig Wind und Wasser sorgen für Strom. – Eine weitgehend autarke Insel auf der die Hierrenos sagen, wo es lang geht. Mehr möchte ich nicht darüber erzählen. Wer neugierig geworden ist, schaut sich das an.
Diese Show präsentieren wir erstmals digital in neuester HDAV-Technik. Natürlich wie gewohnt mit passender Musikuntermalung und einem Tapasbuffet.

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